Das wirkt – 7 Tipps für effektives Marketing trotz geringen Budgets

Das wirkt – 7 Tipps für effektives Marketing trotz geringen Budgets

Es gehört Mut dazu, sich selbstständig zu machen, und es braucht eine Strategie, um erfolgreich zu sein. Für Unternehmen und Freelancer steht und fällt der Erfolg damit, ob die Kundschaft über das Angebot Bescheid weiß. Hier hilft es wenig, sich am Schreibtisch im Homeoffice zu verkriechen. Die Botschaft muss nach draußen. Trotzdem bedeutet effektives Marketing weder Klinken putzen noch Kaltakquise im Akkord. Mit diesen 7 Marketing-Tipps können Selbstständige neue Kunden gewinnen, auch bei kleinem Budget.

Marketing am Puls der Zeit muss nicht viel kosten

Global agierende Unternehmen verfügen über den Luxus einer eigenen Marketingabteilung. Die dort tätigen Spezialisten wissen, wie sie ein Produkt oder eine Marke an den Mann oder an die Frau bringen. Designer, Texter und Fotografen ziehen dafür an einem Strang. Wer jedoch gerade erst ein Start-up aufbaut oder sich auf dem Markt als Freiberufler allein behaupten möchte, verfügt nicht immer über den Rückenwind aus der Marketingabteilung und muss selbst tätig werden. Doch wie? Flyer drucken, Anzeigen schalten und Visitenkarten mit jedem Händedruck verteilen? Das sind schließlich die gängigen Werbe-Tools. Sie haben sich bewährt und sind auch heute noch brauchbar, haben jedoch nicht mehr den Stellenwert, den sie im Marketing einst hatten. Hinzu kommt: Broschüren, Annoncen und Visitenkarten kosten Geld.

Das ohnehin enge Budgetkorsett soll aber nicht noch enger geschnürt werden. Vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit ist die Wirksamkeit der Klassiker des Marketings ohnehin fraglich. Denn wen erreichen Gründer, Kleinunternehmer und Freiberufler mit Anzeigen in der Tageszeitung oder Flugblättern? Eine breite Öffentlichkeit, ja. Aber wahrscheinlich nicht unbedingt die gewünschte Zielgruppe. Doch wer gehört eigentlich zur Zielgruppe?

  1. Zielgruppe für Targeted Adverts definieren

Jeder Selbstständige wünscht sich Kunden, die gewillt sind für den gebotenen Service oder ein Produkt tief in die Tasche zu greifen. Das Geschäft soll sich lohnen. Trotzdem gehört nicht jeder mit dicker Geldtasche automatisch zur Zielgruppe.

Marketingstrategen unterscheiden die potentielle Kundschaft daher nach Kaufeinstellung, Lebenswandel, Alter und anderen Kriterien. So lassen sich gewisse Trendgruppen innerhalb der Konsumenten ausmachen. Relativ neu ist die Gruppe der „Hanks“ (Health and Nature Keepers). Sie leben bewusst, essen häufig vegetarisch oder vegan und möchten mit ihrem Handeln ein nachhaltiges Zeichen setzen. Dafür sind sie gewillt, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Ähnlich kauffreudig, aber weniger konsumkritisch sind die „Best Ager“: Menschen mittleren Alters, die Qualität zu schätzen wissen und gezielt hochwertige Produkte kaufen.

Die meisten Menschen gehören nicht nur einer, sondern mehrerer Trendgruppen an. Die Überlegung, in welche „Schublade(n)“ das eigene Angebot passt, sollte dennoch am Beginn einer Marketingstrategie liegen. Selbstständige sollten sich daher fragen: Wer könnte mein Produkt oder meinen Service brauchen? Welchen Nutzen biete ich damit? Was kosten vergleichbare Produkte und Angebote und wie viel möchte ich dafür verlangen? Erst im nächsten Schritt geht es an die eigentliche Vermarktung.

  1. USP — das spricht für sich

Manche Erfindungen sind so genial, dass sie für sich sprechen. Die Vorzüge sind offensichtlich. Wer genauso punkten möchte, sollte den Unique Selling Point (USP) beim eigenen Angebot finden. Was macht den angebotenen Service oder die entworfene Marke einzigartig? Selbstständige sollten in kurzen Formulierungen herausarbeiten, was nur sie bieten.

  1. Der feine Unterschied — besser als die Konkurrenz sein

Selten warten Selbstständige mit einem noch nie dagewesenen Angebot auf. Freiberufler fertigen Fotoarbeiten an, entwerfen Logos oder schreiben Texte, während Kleinunternehmer Kerzen oder Ohrringe vertreiben. Und doch ist jede Gründergeschichte dahinter einzigartig! Alles begann mit einer zündenden Idee und schnell wird klar: Das Angebot ist alles andere als nullachtfünfzehn. Diesen Vorteil gilt es auszuspielen. Selbstständige sollten gezielt an die Anfänge zurückdenken. Warum wollte ich mich selbstständig machen? Welche Erfahrung, Ausbildung und Interessen bringe ich mit, die mein Angebot so besonders machen? Mit einem Gründertagebuch können Jungunternehmer Schritt für Schritt nachvollziehen, wie sie ihr unternehmerisches „Baby“ großgezogen haben. Der frische Geist der Neugründung lässt sich auch nach Jahren nachfühlen.

Bestenfalls können Kunden jeden Tag die Begeisterung des Entrepreneurs für das Unternehmen spüren. Oft genügen Kleinigkeiten, um die Liebe zum eigenen Produkt oder der Personenmarke zum Ausdruck zu bringen. Das kann beispielsweise eine detailverliebte Verpackung sein oder ein witziges Icon-Detail auf der Homepage.

Ob Personenmarke oder Start-up, Selbstständige brauchen einen Wiedererkennungswert. Besonders einfach geht das mit einem eigenen Logo. Es sollte nicht nur auf der Website, Visitenkarte und in die täglichen Korrespondenzen Eingang finden, sondern auch Produkten aufgedruckt werden. Soweit vorhanden, sollte auch der Firmenwagen zum Werbemittel werden. Ist noch Geld übrig, dürfen Selbstständige über Merchandise nachdenken. Mit ausgefeilten Gimmicks wie T-Shirts, Tassen oder Schokolade mit eigenem Emblem bleiben Selbstständige im Gedächtnis.

Affiliate-Programme von Unternehmen in der Social-Commerce-Branche erleichtern es mittlerweile erheblich, eigene Fanartikel zu kreieren. Vorteil: Die Produktion der Merchandise-Artikel wird outgesourct. Der Verkauf erfolgt an demand. Etwaige Lagerkosten entfallen. Nachteil: Die Qualität sollte zuvor geprüft werden. Unbedingt Probeartikel anfertigen lassen!

  1. Aktiv und kreativ werden

Kampagnen, die im Gedächtnis bleiben, sind kreativ und fallen aus dem Rahmen. Unkonventionelle Aktionen im Sinne von Guerilla Marketing üben eine besondere Anziehungskraft aus. Immer mehr Unternehmen setzen daher auf Kollaborationen mit Künstlern, Pop-up-Stores und andere Einmal-Events. Für eine nachhaltige Wirkung sollten solche außergewöhnlichen Werbeaktivitäten stets aufgezeichnet werden. Das Material wird anschließend ins Netz gestellt und geht möglicherweise viral.

  1. Website mit Unternehmensblog

Die Namensfindung des Unternehmens sollte stets mit dem Domaincheck einhergehen. Ist die entsprechende Website noch verfügbar? Einmal online gestellt, sollte die Homepage gepflegt werden. Immer mehr Unternehmen setzen dabei aufs Corporate Blogging. Es empfiehlt sich, hierbei auf einen Profi zurückzugreifen, der nicht nur auf die Orthografie, sondern auch auf den Stil ein Auge hat. Wer jedoch über eine fehlerfreie, interessante Schreibe verfügt, kann auch selbst in die Tasten hauen.

Beim Unternehmensblog dreht sich das Geschriebene weniger ums Verkaufen. Es geht ums Vermitteln. Die erstellten Inhalte stehen mit dem Unternehmensalltag, der Tätigkeit, neuen Produkten und der Branche in Verbindung. Denkbar sind also Neuigkeiten, Produktvorstellungen, Erklärungen zu Fachbegriffen und ähnliche Themen. Im Vordergrund steht der Informationsgehalt. Im letzten Absatz kann es werblich werden. Der Text darf also mit einem Call to Action enden. Blog-Artikel dienen vor allem der besseren Auffindbarkeit in Suchmaschinen. Sie locken mit interessanten Texten neue Kunden auf die Unternehmenswebsite.

  1. DIY — selber machen, was geht

Nicht nur den Unternehmensblog, auch andere Bereiche des Betriebs können Entrepreneure selbst übernehmen. Selbstständige, die über den eigenen Tellerrand schauen, können bares Geld sparen. Wenn sie Texte, Fotos und Videos selbst gestalten, freut sich das Budget. An Volkshochschulen werden günstige Kurse angeboten, die den Teilnehmern neue Fähigkeiten näherbringen, die auch Selbstständige unternehmerisch voranbringen können. Wer lieber von zu Hause aus lernt: Tutorials und Webinars gibt es zu vielen Themen im Netz.

  1. Sich ins Gespräch bringen und netzwerken

Wie gelingt es, das eigene Angebot in aller Munde zu bringen? Mit Mundpropaganda. Beim sogenannten Word-of-mouth-Marketing bringen sich Selbstständige ins Gespräch. Bewährte Methoden bedienen sich freimütig beim Empfehlungsmarketing. Selbstständige, die sich auf Bewertungsportalen präsentieren, haben nicht nur eine bessere Chance gefunden zu werden, sondern erwecken mit positiven Erfahrungswerten sofort Vertrauen.

Das Vertrauen einer Community in einen Influencer ist das, worauf viele Unternehmen bauen, wenn sie Partnerschaften mit Bloggern und Vloggern eingehen. Insbesondere Nischenblogs sind für Start-ups interessant. Die Einflussnehmer mit vergleichsweise geringer Reichweite punkten mit einer genau definierten Zielgruppe. Wenn diese zum eigenen Unternehmen passt — perfekt! Häufig können solche Blogpartnerschaften durch Sachsponsoring beglichen werden.

Doch nicht nur Influencer, auch die eigenen Kunden können die Werbetrommel für das Unternehmen rühren. Selbstständige sollten daher in Kontakt mit ihren Fans treten — und auch bleiben. Die Pflege von Social-Media-Kanälen gehört daher zum Tagesgeschäft. Um sich nicht zu verzetteln, ist es empfehlenswert, sich auf wenige Soziale Netzwerke zu beschränken. Instragram, Facebook, Twitter —welche Plattformen passen zum eigenen Betrieb und transportieren die Unternehmensbotschaft am besten?