Kleine Kurzwellen-Bänder-Kunde

Immer wieder werden wir - gerade von Neueinsteigern - gefragt, was man denn nun so auf den einzelnen Kurzwellenbändern empfangen kann. Deshalb haben wir diese kleine Liste erstellt. Natürlich hängt der Empfang der Sender ganz besonders von der verwendeten Empfangsanlage ab.

Die ersten Schritte sollten Sie mit Sendern machen. die fast immer zu empfangen sind. Das sind z. B. Deutsche Welle auf 6075 kHz, BBC auf 9410 kHz, Österreich auf 6155 kHz und die Schweiz auf 6165 kHz.

Begleitende Fachliteratur, z.B. vom Siebel Verlag (VTH) ist sehr zu empfehlen. In diversen Fachbüchern finden Sie nicht nur die Sendefrequenzen, sondern auch weitere Hintergrundinformationen zu den einzelnen Sendern.

Und noch ein kleiner Tip ! Sollten Sie schon einen Kurzwellenempfänger mit diversen Filtern besitzen, versuchen Sie erst einmal 6 kHz um volle Klangqualität zu haben. Bei mehr Erfahrungen können Sie dann auch schmalbandigere Filter einsetzen.

Die Tropenbänder

2300 kHz bis 2495 kHz, 3200 - 3400 kHz und 4750 - 5060 kHz ( 120,90,60 m )

Generell schwierig zu empfangen, da diese Frequenzbereiche hauptsächlich in den Tropen von lokalen Rundfunksendern mit geringerer Sendeleistung genutzt werden. Diese Sender haben eher lokalen Karakter und sind für die jeweilige Landesversorgung zuständig. Trotz aller Störungen ein sehr interessanter Frequenzbereich. Das 60 m Band ist wohl am einfachsten zu empfangen. Der beste Empfang ist, wenn sowohl bei Ihnen, wie auch beim Sendestandort Dunkelheit herrscht. Nachmittags können asiatische Stationen, dann Sender aus Afrika und dann Sender aus Lateinamerika gehört werden. ( Musik aus den Anden im Original...)

75m ( 3900 - 4000 kHz)

Wird von europaischen , afrikanischen und asiatischen Ländern genutzt. Oft lokale Sender. Europäische Sender sollten auch für Anfänger ohne große Mühen zu hören sein. Asiatische sind doch eher was für Profis und selten.

Europabänder 

49m und 41m ( 5950 - 6200 kHz und 7100 - 7350 kHz )

Kaum ein Band ist so populär wie das 49m Band. Fast alle Kofferradios mit KW-Empfang haben diesen Frequenzbereich. Deshalb eignet sich das 49m Band auch ideal als " Einstiegsdroge für ein neues Hobby ". Hier sollten Sie zuerst starten, wenn Sie bisher noch keine Kurzwellenerfahrungen gemacht haben. Tagsüber sind nur nur starke Stationen zu hören, abends " Sender dicht an dicht ". Die meissten Sender befinden sich in Europa, aber auch Stationen aus Nahost und Nordafrika sind zu hören.

31m ( 9400 kHz - 9900 kHz )

Dieses Band hat im Sommer und im Winter unterschiedliche Bedingungen. Im Sommer tagsüber ähnlich dem 49m Band bei besseren Signalen, abends und nachts auch weit entfernte Stationen möglich. In den Wintermonaten fast den ganzen Tag auch weit entfernte Stationen hörbar. Auch sehr interessant.

25 + 22m ( 11600 - 12100 + 13570 - 13870 kHz)

Mittelding zwischen Europabändern und DX-Bändern. Tagsüber eher starke Stationen, abends und nachts Stationen aus fast alllen Kontinenten.

19m ( 15100 - 15800 kHz )

Sollten gute Bedingungen herschen, sind hier starke Signale von fast allen Kontinenten zu hören. Und das fast den ganzen Tag über. Oft Asien und Afrika , abends auch Amerika. Ein klassisches DX-Band

16m ( 17480 - 17900 kHz )

Kommt dem 19m Band gleich, allerdings spätere Bandöffnungen und frühere Schließungen. Ab dem Jahr 2007 kommt auch noch der Frequenzbereich 18900 - 19020 kHz ( 15m Band ) hinzu. Hier sind die Ausbreitungsbedingungen wie im 16m Band.

13m ( 21450 - 21750 kHz )

Ein tolles DX-Band für Stationen aus aller Welt mit sehr starken Signalen. Allerdings nur in den Zeiten der Sonnenfleckenmaxima. ( wieder um das Jahr 2000, dann alle 11 Jahre). In Zeiten schwachen Sonnenflecken eher stumm.

11m Band ( 25600 - 26100 kHz)

Hier gelten ganz besonders die Bedingungen des 13m Bandes, allerdings nutzen wenige Sendestationen diesen Frequenzbereich, da viele kleinere Empfänger über diesen Frequenzbereich nicht verfügen. Zu Zeiten von Sonnenfleckenmaxima überzeugen die Signale sehr.

Amateurfunk - Empfang

Ganz besonders interessant ist sicherlich auch der Empfang von Amateurfunkstationen. Doch hier sind die Anforderungen an die Empfangsanlage ungleich höher, als in den Rundfunkbändern, da die Sendeleistungen ca. 100 bis 1000 Watt betragen und nicht bis zu mehreren 100KW, mit denen viele Rundfunksender sich Gehör verschaffen. Auch muß Ihr Empfänger SSB tauglich sein, da fast nur in dieser Modulationsart gesendet wird. ( von Morsen und digitalen Übermittlungen einmal abgesehen ).

WICHTIG: Für den Empfang von Amateurfunk-SSB-Signalen wird entweder das untere ( LSB ), oder das obere ( USB ) Seitenband einzustellen sein. Für alle Bänder unterhalb 10 MHz ist LSB üblich. Alles ( auch UKW) über 10 MHz ist USB. Kommerzielle Sendestationen nutzen allerdings fast immer nur USB. Sollte Ihr Empfänger nur einen BFO haben, der nicht über die Unterteilung von USB und LSB verfügt ist die verständliche Einstellung der Signale u.U. noch etwas schwieriger. Nehmen Sie sich etwas Zeit bei der günstigsten Einstellung der Wiedergabe. Da SSB-Signale schmaler sind als die AM-Signale der Rundfunkbänder , ist der " Sound " dieser Signale wesentlich " gewöhnungsbedürftiger " als AM. Ihr Empfänger ist also nicht gleich kaputt, wenn eine empfangene Station etwas nach Mickey Mouse klingt. Aber der Aufwand lohnt sich, mal in eins der neun Amateurfunk KW-Bänder reinzuhören. Auch Funkamateure freuen sich über einen Hörerbericht ( QSL-Karte ).

80m ( 3500 - 3800 kHz )

Die ersten 100 kHz ist fast immer nur Morsen zu hören. Dann wird LSB gemacht. Aber auch SSTV, RTTY, etc. Das 80m Band ist das " Deutschland-Band " der Funkamateure, da Verbindungen quer durch Deutschland - besonders in den Abendstunden - fast immer möglich sind. Man könnte manchmal geneigt sein, es handelt sich hier auch um das " Quasselband der Funkamateure auf KW ". Für erste Schritte sollten Sie hier starten.

40m Band ( 7000 - 7100 kHz )

Die ersten ca. 40 kHz auch wieder fast immer nur CW ( Morsen ). Dann LSB. Deutschlandweit und Europaweit. Abends bzw., bei Einbruch der Dunkelheit auch Stationen aus weit enfernten Gebieten hörbar. Teilweise herscht auf diesem Band großes " Gedrängel ".

30 m Band ( 10100 - 10150 kHz )

Tagsüber Europa, bei Dunkelheit auch Üseesationen hörbar, allerdings nur in CW.

20m ( 14000 - 14350 kHz )

Die ersten 100 kHz wieder verstärkt CW, dann USB. Weltweite Verbindungen auch tagsüber und zu fast allen Jahreszeiten. " DAS " DX-Band der Funkamateure. Auch SSTV, RTTY, FAX, etc. HIER sollten Sie mal reinhören... Frequenzen um 14150 bis 14300 sind oft mit USB-Signalen belegt. Oft auch sehr starke Stationen aus Amerika.

17m ( 18068 - 18168 kHz )

Gutes DX-Band zu Zeiten guter Bedingunen, aber wenig frequentiert. CW und USB. In den Dämmerungsstunden ist der Empfang - auch weit entfernter Stationen - möglich. Tagsüber Europaweit.

15m ( 21000 - 21450 kHz )

Die ersten 150 kHz oft nur CW, dann USB. Bei guten Empfangsbedingungen starke Signale aus allen Teilen der Welt hörbar. ( tagsüber ). Bei schlechten Bedingungen ist das Band leer.

12m ( 24890 - 24990 kHz )

 Die ersten ca. 40 kHz CW, dann USB. Wenig genutztes Band, aber bei guten Bedinungen tagsüber weltweite Signale zu hören. Sonst wie 15m Band.

10m ( 28000 - 29700 kHz )

Die ersten ca. 300 kHz fast nur CW, dann USB. Ab ca. 29 MHz auch FM! In Zeiten von Sonnenfleckenmaxima weltweiter Funkverkehr hörbar. Schon kleinere Sendeleistungen lassen Verbindungen weltweit zu. Sehr interessant. Unbedingt mal reinhören! Die Signale sind oft sehr gut verständlich. Tagsüber ( gegen Mittags) auch Amerika, etc. Neuerdings wird auch FM immer beliebter. Es gibt sogar Relaisstationen auf 29 MHz. ( Ausgaben: 29600, 610, 620, 630, 640, 650, 660, 670, 680, 690 ) Hier klingen weltweite Verbindungen dann schon fast wie auf UKW. Allerdings ist das Band in Zeiten schlechter Bedingungen eher tot und die Relais haben eher den Karakter lokaler Umsetzter, wie z.B. im 2m Band. Traurig aber wahr, wer wissen will, ob gute Bedingungen herschen, sollte mal in das " Schwarzfunkerband " zwischen 27, 415 und 27, 995 MHz hören, da oft dort mehr Aktivitäten sind. ( 10m Relais in Norddeutschland ist DF0HHH in Hamburg auf 29,690 MHz. Seine Bodenwellenreichweite ist ca. 50 bis 100 km um Hamburg. Im DX weltweit )

Andere Funkdienste

Natürlich nutzen auch andere Funkdienste, z.B. das Militär, der Flugfunk, der Seefunk Kurzwelle. Aber auch Zeitzeichen etc. sind zu hören. Oft sehr interessant, aber für den Anfänger manchmal eine große Hürde. Da nicht alles für jedermann empfangbar sein soll und darf, sind auch viele Aussendungen verschlüsselt. Hier ist ganz besonders " eine ruhige Hand gefordert. " Zum schnellen Reinhören eignen sich diese Frequenzen unserer Meinung nach weniger." Es gibt aber auch für private Zwecke " Empfangbares ". Zum Beispiel die Sendungen des deutschen Wetterdienstes als Fax oder Fernschreibaussendungen. Fax auf 3855, 7880 und 13882,5 kHz als Wetterkarten. Auf 4583, 7646 und 11039 kHz per Funkfernschreiben. Starten Sie am besten mit FAX. Hierzu benötigen Sie neben einen Computer spezielle FAX-Programme ( JV-Fax, etc ), ein Modem ( eventuell) und etwas Zeit. 

Welches Gerät ? Welche Antenne ?

Das hängt neben Ihren Ambitionen natürlich auch ganz gewaltig vom Geldbeutel ab. So ziemlich an der Spitze sind Sie mit einem NRD 545 und einer Langdrahtantenne. Aber das muß nicht immer sein, denn schon preiswerte Modelle lassen tollen Empfang zu. 

Deshalb unser Tipp ! Starten Sie nicht unbedingt mit Top-Geräten und verlieren vielleicht schnell wieder die Lust, da diese Empfänger oft schon Basiswissen verlangen. 

Ein guter und günstiger Einstieg ist zum Beispiel der Sangean ATS909. Er hat SSB und die komplette Kurzwelle. Aber auch UKW mit RDS. Für erste Schritte in den Rundfunkbändern können Sie auch fast jedes Kofferradio mit KW nutzen. " Richtige Antennen " sollten auch " richtigen Empfängern vorbehalten bleiben ", da viele Kofferradios Ihnen sonst " Radio Moskau auch an Stellen bringt, wo Radio Moskau gar nicht sendet..." GRUND: Viele preiswerte Kofferempfänger sind völlig überfordert, mit den oft sehr starken Signalen. Der Empfängereingang spielt verrückt. Hier können zwar sog. Pre-Selektoren Abhilfe schaffen, aber dann sind wir bald wieder bei " richtigen Empfängern ". Probieren Sie ruhig mal 10 bis 15m Draht aus. Experimentieren Sie ruhig. Wer diese Einstiegsphase überwunden hat, sollte sich auch mal den NASA HF-4E ansehen. Preiswert und schon ein richtiger Empfänger, aber ausverkauft

Als Antenne empfehlen wir fast immer Drahtantennen, oder gute aktive Antennen. Billige alternative Antennen können eher " verschlimmbessern ", denn Verstärkung ist nicht alles, Selektion ist auch gefragt. Es gibt einige Spezialanbieter, wie RF-Systems, RadioMaster etc., die sehr gute Antennen anbieten. Diese finden Sie auch auch auf unseren Seiten.

Weitere Informationen zu Weltempfängern, Radios, Funkscannern und Co auch hier!

Wir wünschen guten Empfang.

 

Was ist denn ... ?

CW = Morsen

SSTV = Slow Scan T V ( Standbilder )

RTTY = Funkfernschreiben

AMTOR,SITOR,PACTOR, PACKET = digitale Übertragungsarten

Fax = dig. Übertragung ( z. B. Wetterbilder )

QSL-Karte = Hörerbericht. Auch Sie können eine QSL-Karte erstellen und versenden. ( Postkartengröße) Fast alle Rundfunksender haben QSL-Karten und bestätigen Ihren Hörerbericht. Das tun auch Funkamateure. Schreiben Sie neben Ihrer Anschrift auch die Frequenz, Datum und Uhrzeit, Inhalt der Sendung, Ihre Empfangsanlage sowie eine Beurteilung der Signale auf. ( Klangqualität von 1 bis 5, wobei 5 der beste Wert ist und 1 nichts ist ) Signalstärke laut S-Meter soweit vorhanden. Tonqualität von 1 bis 9 bei CW. Ein Super Wert ist 5 9 9. Aber auch persöhliche Anmerkungen, wie " oft gestört durch Sender xx, oder Signale klingen gegenüber anderen Stationen verzerrt, etc. sind eine hilfreiche Anmerkung. Manche Stationen sind sehr dankbar und senden Ihnen dann auch Lektüren zu. Auch Funkamateure freuen sich über Hörerberichte, aber nicht jede Karte wird auch beantwortet...

Wer mehr wissen möchte, kann uns auch persönlich ansprechen.

55/ 73 ( Viele Grüße, viel Erfolg )

Ihr DL9BDX

 

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